CREEDENCE CLEARWATER REVISITED LIVE IN BIELSTEIN-WIEHL 2003

REVISITED IN WIEHL

21. 06. 2003

Zuletzt waren sie vor drei Jahren in Deutschland, u.a. auch hier in Wiehl bei Bielstein. Jetzt ist es wieder soweit. Wir freuen uns auf ein Wiedersehen und Wiederhören!

Und darauf den Fans endlich mal wieder ein richtig schönes Special anbieten zu können! Wir denken uns das etwa so: Der Tourbus kommt, die Jungs kommen raus, geben Autogramme, verschwinden wieder um den Soundcheck vorzubereiten. Dann machen wir beim Soundcheck klasse Fotos bei Tageslicht und hören mal wieder geniale Improvisationen, die es in der offiziellen Show natürlich nicht zu hören gibt. Dann das Konzert, vielleicht endlich mal mit lang ersehnten Veränderungen des Sets. After Show Party muß nicht sein, wäre aber wie immer der krönende Abschluß.

Soweit unser Wunschdenken, hier nun die Geschichte wie es wirklich war:

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Hinter der Bühne treffen wir viele alte Bekannte des ehemaligen Fanclubs von Peter Koers. Wir haben Zeit zum Plaudern. Viel Zeit sogar! Denn der Tourbus kommt mit reichlich Verspätung von Fulda, wo das letzte Konzert stattfand. Um 16:30 Uhr statt der geplanten 15:00 Uhr trudelt die Band endlich ein. Einlaß ist um 19:00 Uhr. Zwei Vorgruppen, da bleibt nicht viel Zeit. Ist schon klar.

REVISITED IN WIEHLSteve Gunner ist dann auch der Einzige, der spontan auf uns zukommt und ein paar freundliche Begrüßungsworte für Ms. Hoodoo übrig hat.

Danach werden erst mal schnell die Klamotten auf die Bühne gebracht, die man für den Soundcheck so braucht. Na gut, sehen wir ja ein. Und nun?

Wir müssen den Bereich verlassen und werden von den Ordnern hinter die Absperrungen geschickt. Der Soundcheck beginnt. Ohne uns!

REVISITED IN WIEHL 3 Stunden Warten umsonst. In solchen Momenten fragt man sich, was man hier eigentlich überhaupt macht. Na ja, warten natürlich. Irgendwann kommen sie ja zurück zum Bus.

Aber auch danach nehmen sie sich keine Zeit für uns. Na fast keine! Cosmo's Frau ist so freundlich...sie muß uns irgendwie bemerkt haben!

"Hey, was sind denn das für Leute da, wollen die was von uns? Da steht einer mit so 'nem Waschbrett. Gib' dem doch mal ein Autogramm!"

REVISITED IN WIEHL "Tatsächlich. Das erinnert mich an was. Was war das nur? Ach ja, Willy And The Poorboys. Soll ich jetzt wirklich da rüber latschen? Wir haben kaum noch Zeit und am Ende fragt der mich noch, wer von uns John Fogerty ist. Shit!"

Sorry Cosmo, diese Worte haben wir Dir und deiner Frau natürlich nur in den Mund gelegt. Aber sowas kommt eben von sowas. Ätsch! ;-)

Stu und die anderen bleiben völlig im Hintergrund um sich dann in den Tourbus zu verdrücken. Von Elliot Easton kennen wir so ein Verhalten ja schon aus der Vergangenheit. Der Rest der Truppe scheint sich bei Elliot angesteckt zu haben. Schade eigentlich...

THE CONCERT

Dann heisst es wieder Warten. Revisited sollen erst um ca. 21.45 Uhr auftreten. Vor schätzungsweise 3.000 Besuchern beginnt die erste Vorgruppe um 19.00 Uhr, die hauptsächlich alte Beatles Stücke präsentieren. Dann kölsche Töne. Die zweite Vorgruppe spielt BAP Stücke nach. Und dann ist es endlich so weit. Revisited betreten die Bühne und schon nach den ersten Klängen wird einem zum wiederholten Mal bewußt, es geht doch einfach nichts über die Musik von John Fogerty.

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Unsere Helden wirkten bis hierhin physisch müde und lustlos. Das Revisited - Projekt scheint strategisch ausgebrannt zu sein. Wer aber denkt, dieser Eindruck würde sich auf der musikalischen Ebene widerspiegeln, irrt gewaltig!

REVISITED IN WIEHL Revisited liefern wieder ein perfekt gespieltes Set der 30 Jahre alten Hits von CCR. Alles sauber und präzise. Von der Einzelleistung der Musiker bis zum Sound-Mixer: nichts läuft hier schräg, alle machen einen perfekten Job.

Die Großverdiener in der Szene, z.B. Neil Young oder ZZ-Top lassen bei Live Performances ja gerne mal eine arrogante "Ist mir doch egal, die haben doch alle bezahlt" - Mentalität durchblicken. Nicht so Creedence Clearwater Revisited!

Wir vermissen zwar Stücke wie Sweet Hitch-Hiker, Molina, Pagan Baby, Dont Look Now, Someday Never Comes oder das legendäre Keep on Chooglin, kurz um wir vermissen eine gewisse Flexibilität.

Aber was die Jungs können, das können sie wirklich!

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REVISITED IN WIEHL Mit seiner Gitarrenarbeit hebt Elliot Easton Revisited von all den anderen CCR-Coverbands deutlich ab. Zusammen mit Stu und Doug erzeugen sie wieder mal die nahezu perfekte Illusion eines Creedence Clearwater Revival Konzerts.

John Tristao war in den vergangenen Jahren schon näher am Original, dennoch: seine Reibeisenstimme passt absolut hier hin.

Steve Gunner geht irgendwie ein bisschen unter. Aber das täuscht natürlich. Die Krux an seinem Part ist, dass man ihn erst so richtig bemerkt, wenn er fehlt. Ähnlich ist es damals vielleicht auch Tom Fogerty gegangen...

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REVISITED IN WIEHL Die Stimmung auf dem wunderbaren Brauerei-Gelände ist hervorragend! Auf dem von der Wiehl und vielen Bäumen umsäumten Platz ist man am "Green River" und "Cody's Camp" ist gleich um die Ecke! Direkt vor der Bühne herrscht das übliche Gedränge, aber auch in den hinteren Reihen tanzen die Zuhörer auf den dort aufgestellten Biertischen und schwenken Wunderkerzen und Feuerzeuge.

Dieser Biergarten hat seinen Namen wirklich verdient. Kompliment an die Erzquell-Brauerei! Hier kommt man gerne wieder hin.

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REVISITED IN WIEHLWeniger schön ist, dass wir nicht das ganze Konzert fotografieren konnten. Ein Ordner wollte Lutz Film haben, gab sich dann aber mit der Batterie der Kamera zufrieden. Deshalb fehlt auch das legendäre Abschiedsbild hier aus Wiehl! Trotzdem war es ein tolles Konzert. Vor allem für diejenigen, die zum ersten Mal die Gelegenheit hatten, eine Beinahe-CCR-Konzert zu erleben.

Vermutlich auch zum letzten mal. Derartiges sollen Stu und Doug jedenfalls angedeutet haben. Aber warten wir es ab. Abschiedskonzerte werden ja immer gerne mal wiederholt. Wenn der Spaßfaktor allerdings wirklich das Hauptmotiv für das Revisited-Projekt war, dann kann man schon den Eindruck haben, dass es zu Ende geht. Wir wollen hier auch nicht darüber spekulieren, inwieweit ein neues John Fogerty Album einen Motivationsschub bei den Herren Cook und Clifford auslösen könnte.
;-)

Was die Musik anbetrifft hat sich der Konzertbesuch auf jeden Fall wieder gelohnt. Danke Jungs und lächelt mal wieder! Wenn ihr euch freut, dann schadet das unserer Freude an euren Shows auch nicht! :-)

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Fotos Lutz Altnorthoff, Story Lutz Altnorthoff & Ralf Eckertz

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